Samstag, 26. Februar 2011

#25

Was wäre,wenn ich jetzt einfach gehen würde? Man würde mich vielleicht 1-2 Tage vermissen, aber dann bin ich auch schon vergessen und denken wird man dann auch nicht mehr an mich. Ich weiß, dass ich so einfach nicht denken darf, aber meinerseits ist es die bittere Wahrheit. So sehe ich das. Wie soll das denn weitergehen? Soll ich mein Leben lang mit diesen Flashbacks leben? Soll ich jede verdammte Nacht dieses helle Licht auf mich zukommen sehen? Aus mir wird sowieso nie was. Wenn man mich fragt, was ich später mal werden möchte, fällt mir keine andere Antwort ein, als "glücklich".

Jeden Tag verkrieche ich mich in mein Zimmer, schalte das Licht aus, lege meine Lieblingscd rein und lege mich ins Bett, weil ich einfach nichts mehr von der Realität mitbekommen möchte. Die Melodie bringt mich dazu, meine Augen zu schließen und dann bin ich auf dem Weg in meine Traumwelt. Dort habe ich den Mut, den letzten Schritt zu wagen. Dort ist alles leichter. In dieser Welt kann ich so leben, wie es mir passt. Ich kann alles so gestalten, wie ich es mir wünsche. Zwar kommen dann auch viele Erinnerungen hoch, und ich fange an, im Schlaf zu weinen, aber diese Erinnerungen kann ich in meiner Traumwelt kontrollieren.

Wenn ich aber nicht dazu in der Lage bin, dorthin zu fliehen, muss ich mich damit abfinden, der Realität ins Auge zu sehen. Ich muss versuchen zu leben, irgendwie. In der Wirklichkeit kann ich allerdings nichts kontrollieren. Dort passieren mir schreckliche Sachen, ohne dass ich es mir so aussuchen kann. Und ich kann mir das nicht vorstellen, dass das so sein muss. Dass es normal ist, wenn es so kommt, wie es kommt. Ich versuche ja schließlich nur, irgendwie durch das Leben zu kommen. So schnell wie möglich in der Zukunft zu landen, wo hoffentlich alles besser laufen wird.

Kommentare:

Elisa hat gesagt…

Liebe Hannah,
man wird Dich nicht nur 1-2 Tage vermissen. Genausowenig wird man dich nicht vergessen. Du wirst immer irgendwo fehlen und das weißt du genausogut wie ich. Jeder Mensch würde fehlen, wäre er nicht mehr auf dieser Erde, wie er es eine bestimmte Zeit lang war. Natürlich ist es schwer, sich in deinem Alter im Leben zurechtzufinden - aber bedenke: Du hast noch Zeit. Dein Leben hat doch noch gar nicht richtig angefangen. Das jetzt ist ein Abschnitt vieler Abschnitte.

Sebastian hat gesagt…

Och mann, ich finde das unfair, was Du schreibst. Du hast selbst Erfahrung damit gemacht, wie es ist, wenn jemand plötzlich nicht mehr da ist. und? Hast du ihn vergessen? Also. Das wird bei bei dir genauso sein. Wenn du das nicht glaubst, dann tust du wahrscheinlich uns allen hier unrecht. Ausserdem geht es mir so, dass mir die Freunde, die ich verloren habe, in so vielen Dingen in der Gegenwart begegnen, dass es nie möglich sein wird, zu vergessen. Vielleicht weisst du, was ich meine, vielleicht nicht...

"Aus mir wird sowieso nie was": Super, ich bin gerade auf der Suche nach einem neuen Orakel, das etwas taugt, mein altes war nämlich Schrott. Wenn du also eins kennst, das zuverlässig ist, dann schick mir bitte die Adresse ;-) (wer beurteilt eigentlich, wann etwas was taugt??)

"In der Wirklichkeit kann ich allerdings nichts kontrollieren" - ja, das ist so, wenn man jung ist. Da hat man nicht so viel Möglichkeit zu gestalten. Muss dafür aber auch weniger die Rübe hinhalten, wenn was schief geht. Wird aber anders, genau wie du es schreibst. Ich bin zum Glück auch älter geworden und kann jetzt viel ausprobieren (yeah! Würd sagen, mit 20 gehts los?? (andere Meinungen gewünscht...) ) und verstehe besser was passiert. Es gibt kaum Grenzen. Macht Spass, das zu erleben!
Einen schönen Frühling,

Sebastian