Freitag, 20. April 2012

#41

Ich sitze mit Mama im Auto. Mein Handy klingelt, ich krame in meiner Jacke rum, die auf meinem Schoß liegt. Ich bemerke nicht, dass mein Ärmel hochrutscht und meine frischen Schnitte zu sehen sind. Ich merke es einfach nicht. Ich schaue Mama an und sehe, wohin sie schaut. Auf die Schnitte. Schnell wende ich den Blick von ihr ab, schiebe den Ärmel wieder runter. Doch es ist zu spät. "Schätzchen, was.. sehe ich da?" Stille. "Wer oder was ist dafür verantwortlich?" Stille. "Warum machst du das?" Stille. "Du hast versprochen, dass du das nicht mehr machst." Stille. "Zeig mir deinen anderen Arm." Ich rühre mich nicht, schaue aus dem Fenster, sage nichts, um die Tränen zu unterdrücken. Nichts kann ich. Nichts kann ich für mich behalten. Alles wird mir genommen. Also kann ich mir auch etwas nehmen.

Kommentare:

Nachteule hat gesagt…

Leider ist es nun einmal so, dass Außenstehende so etwas nicht verstehen können. Sie sagen, es muss aufhören, wissen jedoch nicht, wie man sich als Betroffener fühlt...jedenfalls wünsche ich dir alles Gute für die Zukunft und, dass du es schaffst, aus eigener Kraft damit aufzuhören.

Jharal hat gesagt…

Die Frage nach dem Warum ist immer die, die am schwersten zu beantworten ist. Es ist die Frage, die ich nicht beantworten kann, weil es einfach keine Antwort gibt - habe ich doch schon vor vielen Jahren aufgehört meinen Kopf danach zu fragen, irgendetwas zu hinterfragen.